Produkt der Fantasie

Ihre Kreativität hat ein Burnout? Mit diesen fünf Schreibübungen für mehr Fantasie schicken wir Ihren Kopf in die Wolken.

In schwierigen Zeiten kann es passieren, dass die Fantasie versiegt. Alltag, Krisen und Sorgen haben uns fest im Griff, sodass der Blick auf all das, was über sie hinausragt, verstellt ist. Wenn das Leben wieder einmal ein bisschen zu viel Realität bereithält, ist es ratsam, sich in die Fiktion zu flüchten. Denn dort entscheiden wir selbst über Anfang, Ende und die geladenen, gefühlsechten Momente dazwischen.

Doch gerade in schweren Lebensetappen, wie etwa einer Pandemie, stellt sich die Fantasie stur. Wir konzentrieren uns mehr auf das Lösen von Aufgaben statt auf das Aufstellen von neuen. Unsere Kreativität beschränkt sich auf das Schreiben von E-Mails und Einkaufslisten, auf Brotbacken und Heckenschneiden. Eine ganze Weile lang geht das auch gut. Doch wer etwas Neues schaffen, ein Buch schreiben, ein Gedicht kreieren, ein Musikstück oder ein Rezept komponieren will, gerät schnell an seine Grenzen. Denn Fantasie ist keine Fließbandarbeit. Sie kommt nicht von Routine, sondern von neuen Eindrücken und Reizen, Abenteuern und Impulsen. Die Praxis des Unerwarteten müssen Schriftsteller*innen daher vor allem in künstlerischen Dürrezeiten pflegen. Denn wer sich nicht immer wieder neue Erlebnisse und Eindrücke schenkt, der lässt seine Fantasie verkümmern. Weil das nicht immer so einfach ist, haben wir vom novum Verlag uns fünf Schreibübungen für Sie überlegt, die Ihre Fantasie wieder fordern werden. Mit diesen Schreibübungen für mehr Fantasie schicken wir Ihren Kopf in die Wolken und bringen Sie auf Ideen. Was Sie dafür brauchen? Stift, Papier und den Wunsch, den Alltag zumindest für ein paar fantasievolle Stunden einmal auszublenden.

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Fünf Schreibübungen für mehr Fantasie

Überraschungseffekt

Das Schöne am Schreiben ist, dass man immer wieder aufs Neue von sich selbst überrascht wird. Selbst, wenn man seiner Plotstruktur akribisch folgt, so entstehen doch immer wieder neue Ideen, mit denen man vorher nicht gerechnet hätte. Um diesen Überraschungseffekt noch zu verstärken, versuchen Sie sich an folgender Übung: Beschreiben Sie eine Situation, in der Sie wirklich überrascht wurden. Wie hat sich der Augenblick zugetragen? Welche Reaktionen und Gefühle hat er in Ihnen wachgerufen? Können Sie den Moment in Ihrer Fantasie noch einmal erleben?

Sollten Sie gerade an einem Buch oder einer Kurzgeschichte schreiben, so können Sie auch eine Ihrer Figuren überraschen. Stellen Sie sich vor, Ihr*e Hauptprotagonist*in erhält einen unerwarteten Brief. Welche Nachricht könnte sich hinter dem Umschlag verbergen? Wer ist der Absender? Welche unerwartete Wendung nimmt das Leben der Figur durch das Schriftstück? Wenn es Ihnen Spaß macht, sich in Gedanken überraschen zu lassen, dann überlegen Sie sich auch, was Sie nicht mehr überraschen kann oder wovon Sie wider besseren Wissens jedes Mal aufs Neue überrascht sind. Sie werden sehen, dass Ihre Fantasie ganz von alleine auf außergewöhnliche Ideen kommt.

Fenster zur Welt

Wer schon einmal Tage oder Wochen in Quarantäne verbracht hat, weiß seine Fenster wirklich zu schätzen. Die Fenster zur Welt eröffnen die Möglichkeit auf gute Gespräche oder bizarre Beobachtungen. Zu jeder Tages- und Nachtzeit besteht die Chance auf eine unerwartete Entdeckung. Beschäftigen Sie sich bei Ihrer nächsten Schreibaufgabe also mit Fenstern. Für die Auseinandersetzung mit dem Thema gibt es mehrere Optionen.

Um an Ihren Schreibfertigkeiten zu arbeiten, können Sie zum Beispiel ein und dieselbe Szenerie, die Sie von Ihrem Fenster aus beobachten, einmal im Sommer und einmal im Winter beschreiben. Wie verändert sich die Landschaft? Wie sieht das Licht der Straßenlampe im klirrend kalten Winter, wie in der weichen Abenddämmerung des Sommers aus? Wenn Ihnen die Übung gefällt, können Sie statt der Veränderung zwischen den Jahres- auch die zwischen den Tageszeiten beschreiben. 

Sie wollen mehr vom Unerwarteten? Dann stellen Sie sich vor, dass Sie bei Ihrem Spaziergang etwas Unerwartetes oder auch Unheimliches durch das Fenster Ihrer Nachbarn beobachten. Was könnte das sein? Vielleicht erblicken Sie auch nur das Alltägliche. Beschreiben Sie auch das genau und versuchen Sie sich in das Leben der Menschen, die nur eine Tür weiter wohnen, hineinzuversetzen.


Wenn es Ihnen Spaß macht, in Gedanken die Fenster aufzureißen und Ihren Kopf durchzulüften, dann versuchen Sie sich doch an freien Assoziationen. Welche Begriffe und Geschichten fallen Ihnen zu Fenstern ein? Lehnen Sie sich bei Ihrer Suche ruhig weit aus dem Fenster.

Die Kunst der Verführung

Sich mitreißen lassen von einer unerwarteten Strömung des Lebens – in schwierigen Zeiten sehnen wir uns danach, dass jemand oder etwas uns an der Hand nimmt und mit uns flieht. Mit dieser Schreibübung entführen Sie sich selbst ins Unbekannte. Und so funktioniert es: Lassen Sie sich verführen. Beschreiben Sie Ihr ganz persönliches Objekt der Begierde. Verbalisieren Sie die Wirkung, die der Vanillekrapfen, die Yogareise oder der Postbote auf Sie hat. Wie könnte man Sie locken? Was führt Sie in Versuchung? Wie spricht er sie, oder es mit Ihnen? Und wie fühlt sich der Moment an, in dem Sie schließlich nachgeben? Bauen Sie fantasievolle Wolkenkratzer und Luftschlösser. In Ihrer Fantasie ist schließlich alles erlaubt.   

Fantasiebotschafter

Nicht nur Spiritualist*innen glauben an übersinnliche Zeichen und Botschaften. Vielleicht haben auch Sie als Schriftsteller*in schon einmal im Traum, bei einem Spaziergang oder in einem Gespräch ein Signal empfangen, durch das Sie Ihre Geschichte weiterentwickeln konnten. Stellen Sie sich nun genau ein solches Signal vor. Beschreiben Sie eine echte oder erfundene Situation, in der eine Botschaft das Leben ihres Empfängers verändert. Vielleicht ist es etwas Subtiles wie ein Geruch, den Sie längst vergessen haben oder der unverwechselbare Klang eines Uhus vor Ihrem Fenster. Es kann aber auch etwas Übersinnliches wie ein Bild, das plötzlich von der Wand fällt oder etwas Fantasievolles, wie ein Lichtwesen in Ihrem Kleiderschrank sein. Sicher haben Sie schon etwas Bestimmtes im Kopf. Beschreiben Sie exakt die Situation und welche Bedeutung das Zeichen hat. Wie kann ein einziges Zeichen ein ganzes Leben verändern? Und welche Geschichten kommen durch dieses Gedankenexperiment vielleicht zum Vorschein?

Das Beste kommt zum Schluss

Sie können oder wollen sich nicht mit dem Ende einer echten oder fiktiven Geschichte abfinden? Dann schreiben Sie Ihr eigenes. Erzählen Sie dafür im ersten Schritt das Ende, das Ihnen in den Sinn kommt, schriftlich nach. Nun entwickeln Sie jedes Detail dieser Nacherzählung weiter. Vertiefen Sie die Strukturen der Szene, der Handlungen und Figuren. Wie geht die Geschichte weiter? Das Ende, das Sie als Vorlage für diese Übung nutzen, kann einem Buch aber auch einem Film oder Theaterstück entspringen. Arbeiten Sie eine gänzlich neue Geschichte aus, entwickeln Sie Ihre Ideen weiter und – das ist das Wichtigste – lassen Sie sich überraschen!

Sie suchen noch nach weiteren Möglichkeiten, um auf neue Buchideen zu stoßen? In diesem Artikel werden Sie fündig.

Lassen Sie Ihrer Tastatur freien Lauf,

Ihr novum Verlag

1 Kommentar

  1. Guten Tag,
    ich habe große Interesse und das schon längere Zeit ein Buch über mein spannendes Leben zu schreiben aber es ist schwierig erst einmal den Anfang zu verfassen, ich bin jetzt schon fast 65 Jahre alt.

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