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Liebe auf den ersten Satz

Was ist der schönste erste Satz, der jemals geschrieben wurde? Wir verraten, bei welchen Worten nicht nur das Papier knistert.

„Ilsebill salzte nach.“ Das ist er, der schönste erste Satz, der jemals geschrieben wurde – zumindest wenn es nach der Stiftung Lesen geht, die 2007 gemeinsam mit der Initiative Sprache einen Wettbewerb für den schönsten ersten Satz der Literatur ausgeschrieben hatte. Gefunden hat man ihn in Günter Grass Buch, „Der Butt“. Begründet wurde die Kür nicht nur mit der phonetischen Schönheit des Satzes, sondern auch mit der ihm innewohnenden Ausdruckskraft. „Der Butt“ behandelt das Verhältnis von Mann und Frau von der Jungsteinzeit bis zur Gegenwart. Mit seinem ersten Satz gelingt es Günter Grass die servile Funktion der Frauen, wie sie ihnen über die Jahrhunderte aufgezwungen wurde, mit nur drei magischen Worten auszudrücken. Eine Strahlkraft, die man spürt, und die Lust macht, weiterzulesen. Damit genügt der Satz nicht nur den Ansprüchen der Kritiker, sondern auch denen des Publikums. Denn erst, wenn der Satz zum Weiterlesen verleitet, ist er wirklich vollendet. Der perfekte erste Satz ist vergleichbar mit der Liebe auf den ersten Blick: Seine unfehlbare Wirkung erweckt in Leserin und Leser den Wunsch, eine Beziehung mit dem Buch einzugehen.

Ein Satz von solcher Anziehungskraft ist auch Franz Kafka gelungen: „Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheuren Ungeziefer verwandelt.“ Tolstoi betört das Publikum bis heute mit dem ersten Satz aus „Anna Karenina“: „Alle glücklichen Familien gleichen einander, jede unglückliche Familie ist auf ihre eigene Weise unglücklich.“ Und Jane Austen zieht die Leser*innen mit „Es ist eine allgemein anerkannte Wahrheit, dass ein alleinstehender Mann, der ein beträchtliches Vermögen besitzt, einer Frau bedarf“ in den Bann von „Stolz und Vorurteil“.

Doch Schönheit ist subjektiv. Welcher Satz Leserin und Leser letztlich bezirzt, entscheidet das eigene sprachliche Schönheitsideal. Und auch, wenn es verschiedene Ansätze gibt, um ein Buch einzuleiten, so bleibt auch der perfekte Einstieg eine Frage des Geschmacks. Verschiedene Möglichkeiten, um ein Buch einzuleiten, finden Sie in unserem Autorenratgeber „Fakt und Fiktion“. Dass der erste Eindruck zählt, beweisen wir Ihnen in diesem Beitrag mit einer Auswahl der schönsten Sätze, die wir vom novum Verlag je gelesen haben. Um herauszufinden, ob der Satz seine Wirkung nicht verfehlt, können Sie sich an einem einfachen Selbsttest versuchen: Stellen Sie sich die Frage, ob Sie weiterlesen wollen würden oder nicht. Wenn die Antwort Ja“ lautet, dann beherrscht der/ die Autor/ Autorin sein/ ihr Handwerk. Und das sind sie, die Sätze, bei denen nicht nur das Papier knistert:

10 Sätze, die zum Weiterlesen verleiten

Als ich noch jünger und verwundbarer war, gab mein Vater mir einmal einen Rat, der mir bis heute im Kopf herumgeht.

Francis Scott Fitzgerald, »Der große Gatsby«

Buck las keine Zeitungen, sonst hätte er gewusst, dass sich Unheil zusammenbraute, nicht allein für ihn selbst, sondern für alle Hunde an der Küste vom Puget Sound bis San Diego, die starke Muskeln und ein warmes, dichtes Fell hatten.

Jack London, »Ruf der Wildnis«

Er war ein alter Mann und fischte allein in einem Boot im Golfstrom, und seit vierundachtzig Tagen hatte er keinen Fisch gefangen.

ERNEST Hemingway, »der alte mann und das meer«

Die ganze Sache begann mit einer Ungeschicklichkeit, einer völlig unverschuldeten Tölpelei, einer »gaffe«, wie die Franzosen sagen.

Stefan Zweig, »Ungeduld des Herzens«

Mrs. Dalloway sagte, sie werde die Blumen selbst kaufen.

Virginia Woolf, »Mrs. Dalloway«

Die ewige Wiederkehr ist ein geheimnisvoller Gedanke, und Nietzsche hat damit manchen Philosophen in Verlegenheit gebracht: alles wird sich irgendwann so wiederholen, wie man es schon einmal erlebt hat, und auch diese Wiederholung wird sich unendlich wiederholen.

Milan Kundera, »Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins«

Ein richtiger Spaziergang war an jenem Tag ausgeschlossen.

Charlotte Brontë, »Jane Eyre«

Ich beginne ein Unternehmen, das beispiellos ist und dessen Ausführung keinen Nachahmer finden wird. Ich will meinen Mitgeschöpfen einen Menschen in seiner ganzen Naturwahrheit zeigen; und dieser Mensch werde ich selber sein.

Jean-Jacques Rousseau, »Bekenntnisse«

Meine Zeit zum Spazierengehen ist für gewöhnlich die Nacht, obwohl ich ein alter Mann bin.

Charles Dickens, »Der raritätenladen«

 Es war ein verrückter schwüler Sommer, dieser Sommer, in dem die Rosenbergs auf den elektrischen Stuhl kamen und ich nicht wusste, was ich in New York eigentlich wollte.

George Orwell, »1984«

Und welche ersten Sätze haben es Ihnen angetan? Teilen Sie die Ihrer Meinung nach schönste erste Buchzeile mit uns in den Kommentaren!

Lassen Sie Ihrer Tastatur freien Lauf!

Ihr novum Verlag

1 Kommentar

  1. Barbara Marczinkowsky

    1. September 2021 at 11:47

    Alles fing an mit Tante Melodie. Eigentlich war sie nicht meine Tante und sie hießauch nicht Melodie..

    -Ara Ventura- 2018 – „Florian der Auserwählte“-.

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