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Lesen mit Stil: Wir zeigen Ihnen die zwölf besten Möglichkeiten zum Büchersortieren.

Sicher kennen Sie das: Ihr Haus oder Ihre Wohnung sind sauber, die Fenster geputzt, der ganze Wohnraum riecht nach frischer Wäsche, kurzum die Perfektion ist eingezogen. Der Reinlichkeitszwang ist befriedigt. Schon stellt sich das wohlige Gefühl von Geborgenheit ein, alle Zeichen stehen auf Gemütlichkeit, da fällt der Blick auf den Bücherschrank. Die Bücher sind gefallen. Ein Stapel überragt den anderen. Stephen King steht neben Shakespeare. „Stolz und Vorurteil“ klammert sich an „American Psycho“. Das Buch der hundert besten Katzennamen sucht die Gesellschaft von Jean Paul Sartres Existentialismus. Die Selbsthilfebücher schreien geradezu nach Aufmerksamkeit. Und die wahllose Anordnung der Buchrücken widerspricht allen Regeln der Farbenlehre. Sie wollen Ihre Augen verschließen, doch Sie müssen es sich eingestehen: Sie haben Ihr Buchregal vernachlässigt.

Der Entschluss fällt, die Bücherwand braucht ein neues System. Doch das Ordnen von Büchern ist eine antagonistische Sache. Pragmatismus und Schönheitssinn sind muntere Gegenspieler, wenn es um den Entschluss für oder gegen ein Ordnungssystem geht. Wer sich für Logik entscheidet, muss Abstriche bei der Ästhetik machen und umgekehrt. Um den Entscheidungsprozess zu erleichtern, stellen wir Ihnen zwölf Ideen zum Buchsortieren vor. Ganz gleich, für welches Schema Sie sich entscheiden, wichtig ist nicht nur, dass es Ihnen gefällt, sondern auch, dass Sie Ihr System bei Ihren Besuchern durchsetzen. Verbotszeichen sind unter uns Bücherliebhabern nicht Übertreibung, sondern Überlebensstrategie. So ein kleines „Berühren verboten“ Schild hat schließlich noch niemanden geschadet und wird von Familie und Freunden zumeist mit Augenzwinkern hingenommen.

Zwölf Möglichkeiten zum Büchersortieren

Nach Autor

Von A wie Ahern Cecilia bis Z wie Zweig Stefan – die Schlichtung nach Autor hat System und erleichtert Ihnen in Zukunft sicher auch das Aufspüren bestimmter Bücher. Zwar ist das System sehr praktisch, allerdings müssen Sie mitunter ungewöhnliche Buchnachbarn hinnehmen. Doch wenn Sie sich mit Todd Anna neben Tolkien arrangieren können, dann können es Ihre Bücher auch.   

Nach Titel

Auch hier gibt das Alphabet den Ton an. Der Schwierigkeitsgrad ist allerdings höher als beim Autorensystem. Schließlich müssen Sie sich hier nicht nur die Autoren, sondern auch die Titel jeden Werks merken. Gehirnjogging inklusive.

Nach Genre

Das Genresystem klingt zunächst vernünftig. Doch Achtung, auch das Ordnen nach Buchgattung hat seine Tücken. Das Genreprinzip basiert auf der Idee, dass jedes Buch einem eindeutigen Genre angehört. Einfach ist die Unterteilung zwischen Fantasy, Krimi, Kinder- und Sachbuch. Schwieriger gestaltet sich das Ordnen hingegen mit Zwitterbüchern, die den Definitionen gleich mehrerer Genres entsprechen. Wohin mit dem Fantasykrimi? Gehört das Yogabuch in die Gesundheits- oder in die Freizeitabteilung? Und stelle ich George Orwell zu den Klassikern oder zu den Science Fiction Romanen? Wer sich für das Genreprinzip entscheidet, braucht Feingefühl – und die Gabe, dieses Feingefühl auch über Jahre zu behalten.

Nach Farbe

Der Klassiker des versierten Buchsortierers ist das Ordnen nach Farben. Kaum ein System ist so #INSTAWORTHY wie dieses. Optisch bietet dieses Schema offensichtliche Vorzüge. Beim Ordnen nach Farbe gilt aber eine einfache Formel: Die Übersichtlichkeit sinkt mit der Zahl an Büchern. Das Farbprinzip ist für Vielleser eher ungeeignet. Wenn Sie aber einen überschaubaren Buchbestand haben und Ihre Bücher inzwischen ohnehin im eBook- oder  Hörbuchformat bevorzugen, ist das Farbsystem sicher die ansprechendste Lösung. Unser Tipp: Beachten Sie beim Ordnen die Regeln des Farbkreises. Einer der prominentesten Vertreter der Farbenlehre war schließlich kein Geringerer als Goethe.

Nach Größe

Jedwede Logik geht beim Ordnen nach Größe verloren. Dennoch bietet die Stufenform im Buchregal einen originellen Anblick, der sicher auch Ihre Innenarchitektur aufwerten wird. Das geometrische Modell bietet sich perfekt für Formfanatiker und Kubisten an. 

Nach Verlag

Ein annehmbarer Kompromiss für ordnungsliebende Ästheten ist sicher das Verlagsmodell: Viele Verlage haben ein monochromes Corporate Design. Reclam Bücher zum Beispiel erkennen Sie sofort an der blitzgelben Farbe. Auch Diogenes Bücher finden Sie in Ihrem Regal sicher schnell. Gleiches gilt für viele Suhrkamp Bücher. Dennoch werden Sie sich auch hier auf lange Sicht mit Farbkontrasten arrangieren müssen.

Nach Erscheinungsjahr

Sie haben ein fotografisches Gedächtnis? Dann sollten Sie Ihre Bücher nach Erscheinungsjahr ordnen. Doch auch für Sammler, die wahre Raritäten in ihren Regalen aufbewahren, ist dieses System ein bewährtes. Für alle, die ihre Bücher beim Altwarenhändler statt im Webshop erstehen, bietet sich das chronologische Ordnen an. Vergessen Sie aber nicht, Ihre Bücher dann auch in einem Listensystem festzuhalten. Hier kann schon ein Excel Sheet wahre Wunder leisten. Sie sind noch auf der Suche nach älteren Ausgaben? Hier finden Sie Tipps für Ihre Suche nach Erstausgaben.

Nach Lesestatus

Die To Do Liste in Buchform findet sich in diesem System wieder. Doch Vorsicht, dieses Prinzip hat schon manchen Leser unter Druck gesetzt. Hier sind Harmonie und Ausgeglichenheit ausschlaggebend. Spätestens, wenn die Seite der ungelesenen Bücher die der gelesenen um Meter überragt, sollte man sich ein alternatives System überlegen.

Nach Präferenzen

Eine Beliebtheitsskala in Buchform ist auch eine Möglichkeit, allerdings ist sie selten von Dauer. Geschmäcker ändern sich. Ihr aktuelles Lieblingsbuch liegt in Ihrem Ranking in einem Jahr vielleicht schon auf den hintersten Plätzen. Dieses System bietet sich für Entscheidungsfreudige an, die ihre Prioritäten kennen und denen der Selektionsprozess leicht fällt. Für so manchen ist dieses System zu sehr mit Gewissensfragen, Schuldgefühlen und Moralentscheidungen belastet.

Nach Sprache

Dieses Modell stellt seine Effizienz erst ab einem Sprachvermögen von mindestens drei Sprachen unter Beweis. Wenn Sie nur eine Sprache beherrschen, ist dieses System nämlich gar kein System.

Nach Typographie

Schriften und Formen bieten Ihnen Orientierungshilfe? Spationierung ist Ihr Synonym für Stabilität? Dann ordnen Sie Ihre Buchrücken nach Schriftart, Versalien, Minuskeln, Serifen oder Nicht-Serifen. Dieses Modell mag dem Laien wenig Übersicht bieten. Der Professionist allerding liest es wie das Alphabet.

Nach Belieben

Eine der beliebtesten Formen ist das Ordnen nach – Belieben. Diese Form stellt sich seltsamerweise meist wie von selbst ein. Selten entscheidet man sich bewusst für das wahllose Chaos, das dieses System mit sich bringt. Mit wachsender Zahl an Büchern drängt es sich dem Buchliebhaber praktisch auf und will dann so schnell nicht wieder verschwinden. Sollte dieses Modell Ihr Regal beherrschen, so grämen Sie sich nicht – Lesen soll vor allem eines machen: Spaß.

Und welches System nutzen Sie für Ihr Bücherregal? Hinterlassen Sie uns Ihre Tipps und Einblicke in den Kommentaren!

Lassen Sie Ihrer Tastatur freien Lauf,

Ihr novum Verlag  

1 Kommentar

  1. Hedy HOLZINGER

    20. Februar 2021 at 23:52

    Meine Bücher haben KEIN Regal, sondern stehen in einem Bücherkasten und so wie grad Platz vorhanden mit wenig System.
    doch Reisebücher oder Liederbücher schon beisammen.

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