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Spiel mit der Sprache

Schreiben macht Spaß! Mit diesen fünf Übungen für kreatives Schreiben perfektionieren Sie Ihren Stil auf spielerische Art.

Die Coronakrise hat vieles zum Erliegen gebracht. Anderes wiederum versetzte sie in Bewegung. Vor allem der Kreativität hat sie einen ordentlichen Ruck verpasst. Beobachtet haben wir diesen Effekt unter anderem auf Social Media. Facebook, Instagram und Co. sind wie kleine Fenster, die uns Einblick in andere Leben gewähren. Durch sie konnten wir in der Zeit des Stillstands Menschen beim Freisetzen verborgener Potentiale beobachten. Zum Best Of der Quarantäneaktivitäten zählen mit Sicherheit Backen, Yoga und Home Workouts. Doch außer mehr Bananenbrot, als man in einem Leben essen kann, hat der Zwangsurlaub auch noch viel Kreativeres hervorgebracht.

Endlich konnten wir wieder lesen, schreiben, malen, komponieren und singen, ohne währenddessen ständig einen besorgten Blick auf die Uhr zu werfen. So ganz ohne Zeitdruck wurde in uns der spielerische Zugang zum Leben wieder wach. Lang verblasste Träume nahmen wieder Farbe an. Und in vielen von uns entstand der Wunsch nach Vertiefung. Diejenigen, die das Schreiben für sich entdeckt haben, verspüren nun vielleicht den Drang, ein ganzes Buch zu verfassen. Doch der Weg von der spontanen Momentaufnahme zum raffinierten Roman ist ein weiter. Zwar soll der Schreibprozess ein weitestgehend kreativer, von Zwängen und Zensurgedanken unbeeinflusster sein. Dennoch gibt es gewisse Regeln, um die sie beim Entwurf für ein Buch einfach nicht umhin kommen. Vielleicht haben Sie bei den ersten, ungestümen Versuchen eine leichte Fingersteifigkeit verspürt. Oder aber Sie schreiben schon länger, merken aber, dass Sie Sprache und Technik noch perfektionieren wollen.

Zur Verfeinerung Ihrer Schreibfertigkeit bietet sich das Frühjahr bestens an. Denn welche Kulisse bietet wohl mehr Inspiration und Muße als die erwachende Natur? Ganz im Einklang mit der fröhlichen, jubilierenden Jahreszeit haben wir vom novum Verlag fünf spielerische Schreibübungen für Sie zusammengefasst. Der Spaßfaktor kommt dabei nicht zu kurz, denn in einer stummen Zeit wie dieser ist Lachen die schönste Musik.

Fünf Übungen für kreatives Schreiben

Assoziationsschreiben

Außer steifen Fingern verspüren Sie bei den ersten, vorsichtigen Versuchen vielleicht auch eine verkrampfte Kreativität. Daher sollten Sie sich im ersten Anlauf von strengen Vorgaben lösen und sich im entfesselten Schreiben üben. Betrachten Sie Ihr Blatt Papier als Leinwand, die ungestüm bemalt werden will. Es gibt keine Linien, keine Konturen, die sie beachten müssen. Schreiben Sie, was immer Ihnen einfällt und bewerten Sie es nicht! Zu diesem Zweck nehmen Sie ein Blatt Papier und schreiben Sie eine Seite lang alles nieder, was Ihnen zu einem der folgenden Wörter einfällt: HAARIG, WILD, GANG, FEDER, ZELLE, FEURIG; Sollten Sie einmal ins Stocken geraten, schreiben Sie das Einstiegswort einfach so lange aufs Papier, bis Ihnen etwas Neues einfällt. Sie werden verblüfft sein, was alles in Ihnen steckt.

Wegwerfprodukt

Denken Sie nach: Was empfinden Sie persönlich als schlechten Stil? Ist es etwas Kitschiges? Stoßen Sie sich an blumigen, poetischen Texten? Verabscheuen Sie kurze Sätze im Stenografiestil oder sind Ihnen doch verworrene Schachtelsätze ein Gräuel? Gehen Sie in sich, überlegen Sie, was für Sie einen schlechten Stil ausmacht und – übernehmen Sie ihn. Verfassen Sie bewusst ein Wegwerfprodukt. Das macht nicht nur Spaß, sondern bringt auch Ihren eigenen Stil zum Vorschein. Zum Schluss schreiben Sie das kleine Wörtchen „Versagen“ auf Ihren Zettel, zerknüllen ihn und werfen ihn voller Genugtuung weg.

Observationsstück

Um Ihren Sprachstil zu verbessern, ist ein großer Wortschatz Voraussetzung. Erweitern Sie ihn! Um zu vermeiden, dass die Erläuterungen von Natur, Menschen, Dingen, in Ihrem Roman gleich klingen, ist es unerlässlich, sich im Beobachten und Beschreiben zu üben. Wählen Sie zu diesem Zweck eine Person aus ihrem näheren Umfeld und versuchen Sie sie zu beschreiben. Das kann ein Verwandter, ein Freund oder auch ein freundliches oder unfreundliches Gesicht aus der Nachbarschaft sein. Erfassen Sie die Person so, als ob Sie ihr zum ersten Mal begegnen würden. Wie sieht sie aus? Wie verlaufen ihre Gesichtszüge? Welche Ausstrahlung hat sie? Für die ersten Versuche bietet sich vielleicht eine Person an, die sie nicht persönlich kennen. Manchmal ist es leichter, etwas aus der Distanz zu beschreiben. Darüber hinaus steigern Sie so den Schwierigkeitsgrad und wachsen an der größeren Herausforderung. 

Hundstage

Was haben Jack London, Leonie Swann und Anna Sewell gemeinsam? Tierische Hauptfiguren! Sie alle sind Verfasser von Tierromanen, die die Welt aus dem Blickwinkel von Hund, Schaf oder Pferd betrachten. Die Empathie hat sich gelohnt, denn sowohl „Ruf der Wildnis“, als auch „Glennkill“ und „Black Beauty“ avancierten zu angesehenen Weltbestsellern. Tun Sie es Ihnen gleich und schreiben Sie eine Kurzgeschichte aus der Perspektive eines Tiers. Wagen Sie etwas und verwandeln Sie sich für Ihre tierischen Tastaturanschläge ruhig auch einmal in ein Schwein, eine Schlange oder ein Faultier. Sie werden sich wundern, wie viel Spaß diese Übung macht und wie viel Sie darüber hinaus über de Kunst der Romanperspektive lernen können.

Umgangssprache

Yolo, Smombie oder Swag? Boomer, Babo oder Vollholler? Alle diese Wörter finden Sie in den Listen zu den Wörtern, Unwörtern und Jugendwörten des Jahres verschiedener Länder. Eine Übung, die nicht nur Kreativität, sondern auch Sprachpotential freisetzt, beschäftigt sich mit Slang und Umgangssprache: Schreiben Sie Ihren Tag in Form einer kompakten Nacherzählung nieder. Nun versuchen Sie, den gesamten Text im Dialekt zu schreiben. Wählen Sie einen Dialekt, der Ihnen vertraut ist und übersetzen Sie das Geschriebene ins Schwäbische, Wienerische oder Züridütsch.  Alternativ können Sie auch eines der oben genannten Wörter verwenden, um darauf aufbauend einen völlig neuen Text zu verfassen. Diese Übung kann übrigens auch überaus wertvoll zur Verbesserung Ihrer Romandialoge sein. Übertreiben Sie es ruhig und nehmen Sie sich ein Beispiel an Anthony Burgess, der dieses Spiel in „Uhrwerk Orange“ bis zur Spitze getrieben und das gesamte Werk in der fiktiven Jugendslangsprache „Nadsat“ geschrieben hat. Tipps und Tricks für spannende Romandialoge finden Sie übrigens auch hier. Und nicht vergessen: „Was du heute kannsch entkorka, des verschiebe ned uff morga!“

Wenn Sie Gefallen an den Übungen gefunden haben, können Sie sich in diesem Beitrag an fünf weiteren Techniken versuchen. Sollten Sie noch nach einem passenden Verlag für Ihr Werk suchen, so begleiten wir Sie gerne auf dem Weg vom Manuskript zum Buch. Alle Informationen zu unseren Verlagsaktivitäten finden Sie hier.

Lassen Sie Ihrer Tastatur freien Lauf,

Ihr novum Verlag

2 Kommentare

  1. Daniel Kurzke

    15. Juni 2020 at 20:38

    Auch wenn diese Aufgabenstellung nun schon einige Tage her ist, so hat sie mir auch am Ende unserer Zwangsausgehpause sehr viel Spaß gemacht und tut es noch. Eine schöne kleine Ablenkung die durchaus Potenzial zur Wortneufindung hat. Gut gefallen hat mir auch der Perspektivwechsel hin zum Tier. Ich denke man kann daraus einiges machen.

    Viele Grüße aus Weimar
    vom Daniel

    • Novum Verlag

      25. Juni 2020 at 12:19

      Lieber Herr Kurzke,

      Vielen Dank für Ihr Feedback! Es freut uns sehr, dass Sie unseren Übungen sowohl persönlich als auch fachlich etwas abgewinnen konnten. Auch wir fanden den Perspektivwechsel zum Tier sehr unterhaltsam. 😀 Wir können den Unterhaltungsfaktor also nachvollziehen. 🙂

      Herzliche Grüße,
      Ihr novum Verlag Team

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