Der Weltfrauentag setzt seit über hundert Jahren ein Zeichen für Gleichberechtigung. Diese sechs Bücher über Feminismus sollten Sie nicht nur als Frau gelesen haben.  

Der Weltfrauentag zelebriert auch heute wieder, was längst selbstverständlich sein sollte: Die Emanzipation der Frau. Ihre gesellschaftliche Gleichstellung; Ihre Wahrnehmung als Subjekt, anstatt als Objekt; Und ihre Loslösung vom sozialen Geschlecht, das ihre Rolle über Jahrhunderte hinweg durchdekliniert hat; Frauen sollte ihre gleichberechtigte Stellung mit Männern nicht nur bewusst, sondern in ihr Wesen, in ihr Selbstverständnis eingeschrieben sein. Wofür sich Ikonen der Frauenbewegung ein Leben lang engagiert, mehr noch, aufgeopfert haben, ist für die Frau von heute identitätsstiftend. Nicht wenige unter den berühmtesten Feministinnen waren Schriftstellerinnen, deren Federn so mancher Frauenbewegung zu Fackeln geworden sind. Virginia Woolf, Jane Austen, Mary Wollstonecraft und Simone de Beauvoir zählen zu den Namen, die den Weg zur Emanzipation ergiebig beschrieben haben. Viele ihrer Thesen, mit der sie ihrer Zeit weit voraus waren, prägen noch heute unser modernes Selbstbild.

Die Gleichstellung von Frau und Mann ist mittlerweile so selbstverständlich geworden, dass eine Kritik an ihr jeder geistigen Klarheit entbehrt. Umso größer ist unsere Fassungslosigkeit, wenn wir offen zur Schau getragener Frauenfeindlichkeit begegnen. Tatsächlich ist Antifeminismus immer noch Gegenstand öffentlicher oder auch privat ausgetragener Debatten. So ziemlich jede Frau ist schon einmal in die Situation geraten, ihren Standpunkt als solche verteidigen zu müssen. Sei es der Arbeitgeber, der anzügliche Arbeitskollege oder der eigene Onkel, der sich in geselliger Runde aufeinmal als Chauvinist auftut – urplötzlich werden fundamentalste Werte wie Einkommensgleichheit, Entscheidungsfreiheit oder Selbstbestimmtheit über den eigenen Körper in Frage gestellt. In einer solchen Situation gibt es nichts Schlimmeres, als den vermeintlich verstandeswidrigen Argumenten nichts entgegenhalten zu können. Doch Antifeministen sind in der Regel gut vorbereitet. Ungeniert werfen sie mit Zahlen, Statistiken und Namen um sich, die ihre eigene Überlegenheit belegen. Um diesem Gefühl der Ohnmacht vorzubeugen, sollten Sie mit den wichtigsten Fakten zum Feminismus vertraut sein. Daher haben wir vom novum Verlag den Weltfrauentag zum Anlass genommen, Ihnen sechs Bücher über Feminismus, die Sie unbedingt gelesen haben sollten, vorzustellen.

Wenn die Frau feststellen muss, dass sie das Unwesentliche ist, das niemals zum Wesentlichen wird, so kommt es daher, dass sie selbst diese Umkehrung nicht zuwegebringt.

Simone de Beauvoir

Sechs Bücher über Feminismus, die man unabhängig vom eigenen Geschlecht gelesen haben sollte

„Ein Zimmer für sich allein“, Virginia Woolf

Freiheit in finanziellen und intellektuellen Belangen fordert Virginia Woolf in ihrem Essay „Ein eigenes Zimmer“ schon 1929. Insbesondere die Selbstverwirklichung der Frau in der Kunst ist der Schriftstellerin und Feministin ein Anliegen. Wäre Shakespeare eine Frau gewesen, so sagt sie, wäre sein Genie der Welt wohl verloren gegangen.

„Das andere Geschlecht“, Simone de Beauvoir

Als grundlegendes Werk des modernen Feminismus gilt Simone de Beauvoirs „Das andere Geschlecht“.  Als Philosophin und Vertreterin des Existentialismus beschäftigt sie die Frage nach einem sozialen, von der Gesellschaft konstruierten Geschlecht. Im Mittelpunkt ihrer Kritik steht die Objektivierung der Frau durch die Gesellschaft, zu der sowohl Männer als auch Frauen beitragen: „Man kommt nicht als Frau zur Welt, man wird es.“

„Untenrum frei“, Margarete Stokowski

Mit Anekdoten aus ihrem eigenen Leben beschreibt Margarete Stokowski ihren zwiespältigen Weg vom Mädchen zur Frau. Dabei steht das Leben der Kolumnistin exemplarisch für jenen Konflikt, den jede Frau mit sich selbst und der Gesellschaft austragen muss. Unterlegt mit Fakten, Studien und Belegen entwirft die Autorin ein Werk, das nicht nur unterhaltsam zu lesen, sondern auch gewichtig auszulegen ist. Zur vertiefenden Lektüre sei an dieser Stelle übrigens auch ihr zweites Buch, „Die letzten Tage des Patriarchats“, empfohlen. 

„Mehr Feminismus“, Chimamanda Ngozi Adichie

Als Einstiegslektüre für Feministinnen bietet sich sicher das Büchlein „Mehr Feminismus“ an. Auf rund 50 kompakten Seiten legt die afrikanische Autorin Chimamanda Ngozi Adichie ihre Kernthesen zu einer geleichberechtigten Gesellschaft dar. Dabei verzichtet die Bestsellerautorin und Philosophin auf Komplexität zugunsten eines einfachen, klaren und präzisen Verständnisses von Feminismus. Ihre Wahrnehmung von Schuld, Scham und Sexualität als Frau hat sie unter anderem auch in einem Ted Talk geteilt, der 2017 um die ganze Welt ging.

„Das Unbehagen der Geschlechter“, Judith Butler

Philosophische Anleihen von Foucault und Freud findet man in Judith Butlers radikalerem Werk „Das Unbehagen der Geschlechter“. Butlers zählt zu den einflussreichsten Denkerinnen unserer Zeit. Ihre Thesen zum sozial konstruierten Geschlecht polarisierten stark und sind auch heute noch Gegenstand feministischer Kontroverse.   

„The Future is Female“, Scarlett Curtis

Bezug zur Gender Debatte der Gegenwart nimmt Scarlett Curtis mit ihrem Buch „The Future is Female. Was Frauen über Feminismus denken.“ In ihrem Buch kommen prominente Persönlichkeiten wie Emma Watson, Keira Knightley und Bridget Jones zu Worten. Beleuchtet werden aktuelle Themen wie die #MeToo Debatte, der Gender Pay Gap und patriarchale Phänomene wie Mansplaining.

„Oh Simone! Warum wir Beauvoir wiederentdecken sollten“, Julia Korbik

Nicht nur Simone de Beauvoirs Œuvre, sondern auch sie selbst sollte Frauen auf aller Welt Inspiration und Vorbild sein – so zumindest liest sich der Subtext von Julia Korbiks „Oh Simone! Warum wir Beauvoir wiederentdecken sollten.“ Die deutsche Journalistin bereitet nicht nur Beauvoirs komplexe Kernthesen zu leicht verständlichen Gedankenhäppchen auf, sondern wirft auch einen intimen Blick in ihr Leben. Was inspirierte sie? Was las sie? Wen liebte sie? Diese und ähnliche Fragen entfachen einen Fanatismus für Beauvoir, den man sich als Feministin nicht wird entziehen können. 

Falls Sie sich für Stilikonen der Literatur interessieren sollten, finden Sie übrigens auch in diesem Beitrag Bücher mit weiblicher Handschrift.

Und welche Frauenfiguren der Geschichte haben Sie ganz besonders geprägt? Teilen Sie Ihre Lieblingsfiguren, -bücher und -zitate zum Weltfrauentag in den Kommentaren mit uns!


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