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Genau mein Typ!

Welcher Lesetyp sind Sie? Wir stellen Ihnen sechs verschiedene Lesetypen vom Schein- bis zum Suchtleser vor.

Die Verlage lieben sie, die Literaturwissenschaftler studieren sie und die Schriftsteller versuchen vergeblich sie zu enträtseln: Leser. Die Leser schon vorher zu kennen, verschafft nicht nur dem Verleger viele Vorteile. Auch der Autor, der sich im Schreiben an ein ihm unbekanntes Publikum richtet, täte sich an so mancher Stelle leichter, wenn er wüsste, für wen er sie schreibt. Zwar sollte ein Schriftsteller in erster Linie seinem eigenen, statt dem Ideal seiner Leser entsprechen. Dem Anspruch zu gefallen, kann sich aber selbst der edelste Charakter nicht entziehen.  

Über Leser- und Lesertypen wurde in der Literaturwissenschaft schon viel geschrieben. Unterschieden werden Leser etwa nach ihrer Lesehaltung, Lesemotivation, Lesekompetenz, Leseintensität oder auch Lesepräferenz. Selbst das Lesemotiv gibt Aufschluss über das Profil des Lesers. Differenziert wird zum Beispiel zwischen pragmatischem und phantastischem Leser. Ersterer sucht zwischen den Zeilen den Sinn des Lebens, letzterer entflieht ihm.

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Doch in der Definitionsmechanik der Theoretiker halten sich viele Modelle. Selbst Wissenschaften wie die Soziologie oder die Psychologie haben das Phänomen Leser schon erforscht. Das Ergebnis ist ein Artenreichtum, der variabler kaum sein könnte. In der Vielzahl an Studien zum Lebewesen Leser verlieren selbst Verleger wie wir den Überblick. Daher haben wir vom novum Verlag den gemeinen Leser in seinem gewohnten Umfeld in Bibliotheken, Buchläden oder den Leseecken unseres Hauses studiert und einen weiteren Definitionsversuch unternommen. Was unsere Feldstudie ergeben hat, teilen wir hier mit Ihnen:

Die sechs Lesetypen

Der Genreleser

Ob aus Prinzip, Passion oder ein bisschen von beidem – Genreleser widmen ihre Zeit primär zwei Beschäftigungen: Dem Lesen ihrer Lieblingsliteratur und dem Verschmähen jeder anderen. In den Bücherecken der Genreleser hat ausschließlich eine einzige Literaturgattung Existenzberechtigung. Vertreter der Gattung finden sich vor allem in den Genres Fantasy, Krimi sowie – entgegen jeder Selbsterkenntnis – der Klassik wieder. Während Genreleser ihr eigenes, priorisiertes Genre gerne glorifizieren, rümpfen sie über Büchern anderer Genres schon mal missbilligend die Nase. Bekehrt werden können Genreleser nur selten. Einen Seitensprung mit einem fremden Genre können sie nur schwer verzeihen – am allerwenigsten sich selbst.

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Der Allesleser

Den groben Gegenpol zum Genreleser bildet der Allesleser. Im Idealfall liest er nicht nur alles, was er in die Hände bekommt, sondern er liest auch noch alles gleichzeitig. Querbeet arbeitet sich der Allesleser durch die literarische Landschaft und äst alles ab, was er dort vorfindet. Dabei begeht er durchaus auch das in den Augen des Genrelesers schlimmste Vergehen und wechselt Bücher wie manch einer seinen Paketservice. Von der Einleitung eines Romans, zur Pointe eines Sachbuchs bis zu den letzten Kapiteln eines Krimis und wieder zurück – die Wege des Alleslesers sind unergründlich. 

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Der Teilzeitleser

Was in der Schule zur Strafe steht, ist für den Teilzeitleser ein Lebensstil. Bücher werden ebenso wahllos begonnen wie beendet. Gelesen wird nach Gutdünken, eine besondere Präferenz hat der Teilzeitleser nicht. Lesen ist lediglich ein Baustein eines breiten Freizeitprogramms. Im Gegensatz zum Genreleser nimmt der Teilzeitleser auch Buchempfehlungen gerne entgegen. Entsprechende Errungenschaften unterzieht er zumeist im Urlaub einer eingehenden Prüfung. Je nach Tagesstimmung hält die Strandlektüre aber gerne auch mal als Strandunterlage her. Der Teilzeitleser ist an sich ein angenehmer Zeitgenosse – keinesfalls unterschätzt er den Stellenwert von Büchern. Er überschätzt ihn aber auch nicht.  

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Der Wissensleser

Der Streber unter den Lesern ist der Wissensleser. Erinnern Sie sich noch an jene unliebsamen Mitschüler aus Ihrer Schulzeit, die die Lehrer verbindlich an die Hausaufgaben erinnert haben? Aus genau diesen Schülern sind Wissensleser geworden. Wissensleser leben ihr Leben nach einer Leseliste. Ihr Literaturgeschmack ist so einfach wie erlesen und lautet: „Wichtigste Bücher der Weltliteratur.“ Gefallen spielt bei Wissenslesern übrigens eine untergeordnete Rolle. In zwanghafter Manie wälzen sie sich durch jede zähe Lektüre, die die Liste der Weltliteratur zu bieten hat. An manchen Tagen steht das Lesen für Lust, an anderen für Kasteiung. Doch sein höheres Ziel, die Vervollkommnung seines literarischen Wissens, verfolgend, beweist der Wissensleser selbst noch bei Musils „Mann ohne Eigenschaften“ eine höhere Form von Durchhaltevermögen.

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Der Scheinleser

Der Stümper unter den Lesern ist der Scheinleser. Seine Bücherregale protzen mit Bildung. Die Titel künden von Geist, Intellekt und der schieren Ehrerbietung vor dem Wissen. Bücherregale von Scheinlesern zeugen von einschüchternder Geistesgewalt. Doch lassen Sie sich nicht täuschen: Das einzige, worunter sich diese Bücherregale beugen, ist die Last der Lüge. Denn Scheinleser lesen keine Bücher, sie schmücken sich mit ihnen und geben vor, etwas zu sein, was sie nicht sind: Belesene Intellektuelle, die sich zumindest in der Theorie der Dialektik widmen, während der gewöhnliche Pöbel dem „Game of Thrones“ frönt. Sollten Sie einem Scheinleser begegnen, schlagen Sie ihn am besten mit seinen eigenen Waffen: Fragen Sie nach. Wir sind sicher, Sie werden recht schnell auf Grund laufen. 

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Der Suchtleser

Der Suchtleser ist ein Mix aus allen Lesetypen. Selbst ein bisschen vom Scheinleser steckt im Suchtleser, denn in der Regel hortet er mehr Bücher in seinen Regalen, als er in einem Leben lesen kann. Suchtleser haben den SUB – den Stapel ungelesener Bücher – erfunden. Bücher jeden Genres wecken ihr Interesse. Suchtleser können wohl selbst einem Kochbuch noch eine besondere, verborgene Poesie abgewinnen. Sie sind Suchtleser? Dann machen Sie sich keine Sorgen. Süchte sind nie erstrebenswert – außer, es handelt sich um die Sucht nach dem geschriebenen Wort. 

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Einen reichen Fundus für jeden Lesetypen finden Sie übrigens hier. Und welcher Lesetyp sind Sie? Wir freuen uns auf Ihre Geständnisse in den Kommentaren. 😉

Lassen Sie Ihrer Tastatur freien Lauf,

Ihr novum Verlag

3 Kommentare

  1. Wenn die 6 Typen der Leser alles sind, bin ich gar kein Leser! Diese Typologie ist genau so krank wie jedes andere Schubladensystem: eine karrikierende Abbildung, mit zynischen Worten überzeichnet, und die über das Wesentliche hinweggeht wie das Bügeleisen über Knitter. Es regt nicht an, sondern nur auf. Schade, aber sicherlich liegt es an mir, weil ich lieber schreibe als lese, weil Schreiben die Gedanken ordnet, wie Heinrich von Kleist so minutiös genau beschrieben hat. Also dann: lasst uns einfach schreiben und gar nicht lesen, was andere zu Papier gebracht haben 😉

    • Josefine Jones

      31. Mai 2019 at 10:05

      Liebe Frau Ruthemann,

      Vielen Dank für Ihr Feedback. Sie scheinen viel zu verstehen vom Schreiben. Insofern stimmen Sie uns sicher auch zu, dass man nicht schreibt, um zu gefallen. Maximal, um sich selbst zu gefallen. Daher sind wir Ihnen für Ihre Kritik verbunden – wenn sie auch konstruktiver hätte ausfallen können. Vielleicht verkraften Sie unseren Beitrag besser, wenn es Ihnen gelingt, ihn als Persiflage ähnlicher, bereits bestehender Klassifizierungen zu verstehen. Dass dieser Artikel kein wissenschaftlicher Versuch war, eine allgemein gültige Universaltheorie zur Lesehaltung in der Literaturkritik zu erstellen, sollte, sofern er mit einer gewissen Lesekompetenz gelesen wird, klar sein. In Ihrem Fall antizipieren wir eine solche. 😉

      Und sollten wir dennoch nicht auf einen kleinsten, gemeinsamen Nenner kommen, so stimmen wir zumindest in einem Punkt überein: In der Liebe zum Schreiben. <3

      Wir wünschen Ihnen noch einen anregenden Austausch mit dem Papier.

      Herzliche Grüße,

      Ihr novum Verlag

  2. Egal was es zum Lesen zu sagen und zu schreiben gibt, denn wer ist schon der Macht eine geschriebenen Wortes entkommen?
    Diese Bereicherung fängt in der Grundschule an und hört nie auf.
    Deshalb ist es wie beim Essen und Trinken.Es ist ein Grundbefürfnis aller Menschen.

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