Ein schöner Rücken kann auch entzücken. Ein gutes Buchcover spricht Bände. Wir liefern den Guide zum perfekten Buchcover.  

Wenn die Grenzen zwischen Kunst und Klappentext verschwimmen, dann ist das Coverdesign eines Buchs wohl gelungen. So manchem Buchenthusiasten sind beim Besuch einer Buchhandlung schon wahre Kunstwerke in die Hände gefallen. Manche Bücher wurden mitunter nur wegen ihres Covers in penibel bestückte Regale sortiert. Kein Wunder – schließlich und endlich wird beim Coverdesign nichts dem Zufall überlassen. Aufmachung und Ästhetik sind am Buchmarkt mindestens so wichtig wie Inhalt und Schreibstil. Daher sollten insbesondere neue, am Markt noch nicht etablierte Autoren auf eine einschlägige Gestaltung setzen. Denn Bestsellerautoren und -verlage profitieren von einem entschiedenen Wettbewerbsvorteil: Ihre Namen sprechen Bände, sie selbst sind ihre beste Marke. Der Leser kauft, was gefällt und agiert auch am Buchmarkt auf Basis seiner Erfahrungswerte. Er kennt seine Lieblingsautoren und -verlage und wird im Zweifelsfall immer wieder auf diese zurückgreifen. Die ordinären Marktprinzipien mögen dem romantischen Selbstbild des Schriftstellers widerstreben, dennoch sollten sie seine Vermarktungsstrategie bestimmen. Das Cover spricht stellvertretend für den Inhalt. Nur wer es schafft, diesen Vorteil für sich zu nutzen und in Buchhandel und Bibliotheken alle Blicke auf sich zu ziehen, hat auch als Newcomer Bestsellerpotential.

Doch was macht ein gutes Buchcover aus? Gibt es Regeln, denen man folgen sollte? Und welche Rolle spielt eigentlich das Genre in der Gestaltung der ultimativen Buchkunst? Wir vom novum Verlag haben unsere Erfahrungswerte in einen kompakten Guide für das perfekte Coverdesign verpackt.

Das perfekte Buchcover

Basics

Vorab die schlechte Nachricht: Die eine, unwiderlegbare Universaltheorie zum perfekten Buchcover existiert nicht. Wie so oft bestimmen die Rahmenbedingungen den Grad von Perfektion und Beliebtheit. Es gibt aber zumindest gewisse, grundlegende Kriterien, die jedes gute Buchcover erfüllen muss. Titel, Untertitel, Autor und Genre müssen auf den ersten Blick erkennbar sein. Klingt einleuchtend, doch schnell stellen sich die ersten Fragen.

Schrift

Form follows function“ – Zwar mag die mittelalterliche Minuskelschrift dem historischen Roman am ehesten entsprechen, trotzdem sollten Titel und Autor zu entschlüsseln sein. Leserlichkeit ist essentiell, wenn es um die ersten, wesentlichen Aspekte geht, die der Leser dem Buch abgewinnen soll. In der Regel widmet der Kunde dem Buch in der Buchhandlung nicht mehr als einen flüchtigen Blick. Wenn es sich bei Ihrem Werk also nicht um eine Einführung in Runeninschriften handelt, dann verzichten Sie lieber auf grafische Experimente.

Expertentipp: Mischen Sie niemals mehr als zwei Schriften oder Schriftfarben, das wirkt schnell unruhig und unprofessionell.

Genre

Jedes Genre hat seine eigenen Zeichen und Regeln. So gibt es etwa essentielle Unterschiede zwischen der Aufmachung eines Sachbuchs oder eines Romans. Ob es sich beim Buch der Begierde um ein Werk von Stephen King oder doch von Nicholas Sparks handelt, verrät ein wohldurchdachtes Cover auf den ersten Blick. Thriller zum Beispiel bedienen sich klassischer Elemente, um beklemmende Gefühle zu erzeugen. Viele Grafiker spielen sich im Thriller Genre mit der Perspektive. Fluchtpunkte, die ins Ungewisse zeigen, sind ebenso wirkungsvoll wie Schatten oder Umrisse in der Ferne. Ebenso ist die Wirkung von Symbolen, wie etwa einem Stück Stacheldraht oder einem blutroten, rostigen Nagel nie zu unterschätzen. Studieren Sie die menschliche Psyche und spielen Sie mit ihren Schemata. 

Titel

Ein guter Titel sollte auch ohne Visualisierung ein Bild vom Buchinhalt skizzieren. Doch nicht jeder Titel bezieht sich aufs Buch, wie diese Liste origineller Buchtitel beweist. Und auch die Wirkung des guten, alten Stilbruchs ist in ihrem Umfang nicht zu unterschätzen. Der bewusste Regelbruch ist zum Beispiel bei Sachbüchern ein beliebtes Mittel der Wahl, wenn es darum geht, vermeintlich trockenen Stoff anregend aufzubereiten. Beim Coverdesign nach Titel haben Sie also folgende Möglichkeiten: Lassen Sie sich leiten oder brechen Sie mit allen Regeln!

 

 

 
 
 
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New book cover for @sealpress AD: Chin-Yee Lai @lillydancyger * * #bookcover #handlettering #shedesignsbooks #customlettering #bookcoverdesign

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Trends

Wie der jährlich vergebene Preis der Academy of British Cover Design beweist, folgt selbst das Coverdesign von Büchern den Regeln und Tempi der Mode. Auch Buchcover unterliegen den Trendmechanismen der Moderne. Ein Gespür für das Modephänomen des Buchdrucks erlangen Sie zum Beispiel beim Besuch in einer Buchhandlung. Vor allem in den Bestsellerregalen finden sich wiederkehrende Motive, die einen Hinweis auf die temporären Must Haves des Grafikdesigns bieten. 

Haptik

Softcover, Hardcover, Bucheinband, Papierart, Lesebändchen oder Schutzumschlag – auch die Haptik nimmt einen ungeheuren Stellenwert in der Buchgestaltung ein. Prinzipiell herrscht in der Buchgestaltung wie auch beim Schreiben kreative Freiheit. Anders hingegen verhält es sich mit der finanziellen Freiheit. Schon kleinste Veränderungen, wie zum Beispiel die Opazität, die Lichtdurchlässigkeit des Papiers, können die Kosten einer größeren Charge in die Höhe treiben. Bedenken Sie die Kosten unbedingt schon im Vorfeld, bevor Sie einer kreativen Gestaltungsidee freien Lauf lassen.

Experten

Ein kompakter Guide kann niemals die Ausbildung und Erfahrung eines kompetenten Grafikers, Kommunikationsdesigners oder Buchgestalters ersetzen. Wenn Sie Ihre sprachlichen Fragmente also in visuelle übersetzen wollen, sind Sie mit einem Experten bestens beraten. Wenn Sie Ihr Werk in einem Verlag veröffentlichen, dann wird Ihnen, wie im novum Verlag, ohnehin ein Grafiker zur Seite gestellt. Wichtig ist, dass Sie dem Grafiker ein genaues Bild vom Inhalt des Buchs vermitteln: „Der Buchgestalter muss Kenntnis vom Wesen des ihm vorliegenden Textes besitzen.“

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You know how some books are all over bookstagram? You see them every time you scroll down on various feeds and story posts and you know they are the hot book right now. And then there are the forgotten ones… the newly released that slip under the radar and pass by with little fuss. I haven’t seen much about Astroturf (by Matthew Sperling) which was released mid-August… but let me tell you… it’s a corker of a book! It’s a real shame it hasn’t had much instalove as I found it an engaging read that made me think about our society and culture whilst also learning new things (about steroid usage of all things 😂). Astroturf follows the story of Ned; a millennial IT guy whose life is pretty unsatisfactory until he discovers the world of steroids. The story goes in a direction I wasn’t expecting but is weirdly enjoyable and a real commentary on our online culture today. Plus the cover… 🤩 it’s so quirky and fun! I’d recommend Astroturf to those wanting to try something a little different without investing too much. It’s a quick, enjoyable read with plenty to think about. ⭐️⭐️⭐️⭐️ Thanks to @quercusbooks for kindly sending me a copy. Let me know in the comments if you’ve read Astroturf or if you would consider reading it in the future.

Ein Beitrag geteilt von Emily 🇬🇧 (@busymamabookclub) am

Stil

Sie haben Ihren individuellen Schreibstil, wieso sollten Sie also nicht auch auf einen individuellen Designstil setzen? Entwickeln Sie ein Coverdesign mit Wiedererkennungswert, wie es oft in Buchreihen der Fall ist. Erarbeiten Sie gemeinsam mit Künstlern und Illustratoren Ihre individuelle Markenidentität und vielleicht ist schon Ihr nächstes Cover der Picasso unter den Büchern.

Welches Buchcover hat Ihnen besonders gut gefallen? Wir freuen uns auf Ihr persönliches Best Of des Coverdesigns in den Kommentaren.

Lassen Sie Ihrer Tastatur freien Lauf!

Ihr novum Verlag