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Titelverteidiger

Die originellsten Buchtitel kürt der britische Diagram Prize jedes Jahr. Zur Inspiration für Ihr eigenes Schaffen stellen wir vom novum Verlag Ihnen die witzigsten Wortkreationen vor.

Seit mittlerweile mehr als vierzig Jahren gibt es ihn, den „Bookseller Prize for the Oddest Title of the Year“, auch „Diagram Prize“ genannt. Der Preis zeichnet seit 1978 Jahr für Jahr die besten Buchtitel der britischen Buchbranche aus  – wobei in der Interpretation der besten Titel bekanntlich viel Spielraum besteht. Denn was der Begründer des Preises, Bruce Robertson, einstmals unter einem preisverdächtigen Titel verstand, weicht mitunter weit von den Vorstellungen seiner Erben ab. Gegründet aus einer Langeweile heraus, die den britischen Buchhändler der Diagram Group bei seinem Besuch der Frankfurter Buchmesse erfasste, prämierte der Award zu Beginn vergleichsweise schlichte Titel. Gewinner der ersten Jahre, wie zum Beispiel „Berichte der Zweiten Internationalen Arbeitstagung über Nacktmäuse“ oder auch „Das Buch der Marmelade: Ihre Vorgeschichte, ihre Entwicklung und ihre Rolle in der heutigen Welt“, wirken im Vergleich zu ihren Nachfolgern regelrecht gesittet. Denn die Titel, die sich heute des Preises rühmen dürfen, bergen mitunter polarisierendes Potential. Längst schon ist er auf den Preis übergeschwappt, der berüchtigte Schwarze Humor der Briten. Gut so, denn hervorgebracht hat er neben originellen, geistreichen und wortwitzigen Buchtiteln vor allem den Mut zum Zynischen. Denn wie in allen Lebensbereichen bewegt sich auch der Humor der Buchbranche irgendwo im Nanobereich zwischen Erträglichem und Unerträglichem. Mit Buchtiteln wie „Die Puffmutter als Unternehmerin – Karrieremanagement im Bordell“, „Wenn du deine Beziehung schließen willst, fang mit deinen Beinen an“ oder „Von der Wiederverwendung alter Gräber“, schlittern die Urheber mitunter scharf an den Grenzgebieten von Feminismus und Toleranz vorbei.

Nachahmungseffekte

Doch was wäre das Leben ohne ein bisschen Selbstironie? Das müssen sich auch die Gründer der deutschen Pendants zum Diagram Prize gedacht haben. Schließlich hat der beliebte Preis schon ehrbare Nachahmer in Deutschland gefunden. Buchpreise für die skurrilsten Titel vergeben die großen Buchmessen, wie zum Beispiel die Frankfurter oder auch die Leipziger Buchmesse, schon seit ein paar Jahren. Zwar wechseln immer wieder mal die Initiatoren des Preises, doch die Begeisterung bleibt. Gewählt werden die Titel in der Regel im Zusammenspiel aus Publikum, Büchereien, Branchenexperten und Premiumjury. Doch auch wenn die Wahlmechanismen variieren, die Wirkung bleibt gleich –gemeinsam ist allen Titeln, dass sie ihrem Publikum unweigerlich zumindest ein Schmunzeln entlocken. So haben in den letzten Jahren Titel wie „Frauen verstehen in 60 Minuten“„Wer bin ich, und wenn ja, wie viele?“ oder „Ich hab dich rein optisch nicht verstanden“ für genussvollste Komik gesorgt.

Die Titel stimmen übrigens nicht immer mit ihrem Inhalt überein. Hinter mancher Überschrift verbirgt sich durchaus auch Kalkül – Titel, die zum Lächeln verlocken, werden auch in der Masse der Buchregale zum unverwechselbaren Blickfang. Absatzsteigerung ist in diesem Fall nur ein praktischer Nebeneffekt. Im Idealfall reicht die Idee für einen Preis und belohnt ihren Schöpfer mit Popularität. Mehr als Anerkennung und Publizität dürfen sich die Gewinner allerdings nicht erwarten, denn die Preise für Buchtitel sind in der Regel nicht dotiert. Erstrebenswert ist der Preis trotzdem. Manche Autoren, wie Anna Basener, profitieren praktisch nur durch Zufall von dem Preis. Die Autorin hatte in Ermangelung eines besseren Einfalls einfach die kuriosesten Wörter aus ihrem Roman kombiniert. Heraus kam ein Titel, der 2018 schließlich den Preis für den besten Buchtitel der Leipziger Buchmesse bekam: „Als die Omma den Huren noch Taubensuppe kochte“.

Zehn originelle Buchtitel

Wir vom novum Verlag konnten es uns ebenfalls nicht nehmen lassen und haben passend zum Thema des Artikels unsere Top Ten der originellsten Buchtitel gekürt. Wir wünschen Ihnen schon jetzt ausreichend Ausdauer für Ihre Lachmuskeln:

  1. „Hinfallen ist wie Anlehnen, nur später“, Sebastian 23
  2. „Als ich aufwachte, war so sehr Montag, dass es wehtat“, Mikko Rimminen
  3. „Warum ich losging, um Milch zu kaufen, und mit einem Fahrrad nach Hause kam“, Jochen Mai
  4. „Zehn Tipps, das Morden zu beenden und mit dem Abwasch zu beginnen“, Hallgrímur Helgason
  5. „Die unglaubliche Reise des Fakirs, der in einem Ikea Schrank feststeckte“, Romain Puértola
  6. „Ich wuchs auf einem Schrottplatz auf, wo ich lernte, mich von Radkappen und Stoßstangen zu ernähren“, Antonia Baum
  7. „In 80 Frauen um die Welt. Von einem, der auszog, die Liebe zu finden“, Thilo Mischke
  8. „Wie man im Wald scheißt: Eine ökologisch vernünftige Annäherung an eine vergessene Kunst“, Kathleen Meyer
  9. „Begegnung mit dem Serienmörder. Jetzt sprechen die Opfer“, Stephan Harbort
  10. „Vom Mentalen her quasi Weltmeister“, Horst Evers

Sie suchen noch nach dem richtigen Titel für Ihr eigenes Buch? Hier finden Sie Inspirationen zur Titelrecherche!

Und welche Buchtitel sind Ihnen besonders intensiv in Erinnerung geblieben? Teilen Sie Ihr Best Of mit uns in den Kommentaren!

Lassen Sie Ihrer Tastatur freien Lauf,

Ihr novum Verlag für Neuautoren  


3 Kommentare

  1. Ich habe kürzlich „King Kong und die weiße Barbie?“ von Benjamin Tomkins gelesen.

    • Josefine Jones

      22. Januar 2019 at 11:58

      Klingt ebenfalls nach einem sehr originellen Titel. 😀 Hält er auch, was er verspricht? 😉

  2. Josefine Jones

    3. März 2019 at 11:11

    Danke für Ihren Beitrag! Hierbei handelt es sich um einen Titel, der durchaus ein Quäntchen Wahrheit birgt. 😀
    Beste Grüße, Ihr novum Verlag

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