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Wortgestöber

Kurz vor Weihnachten haben wir unsere Facebook Community um eine winterliche Wortspende gebeten. Zwei Gastautoren haben sich besonders hervorgetan und uns mit ihrer Fantasie beschenkt. Zwei Weihnachtsgeschichten für besinnliche Lesemomente.

Christmas wortwechsel

Im Rahmen unseres Poesieadvents hielten wir wieder Ausschau nach unentdeckten Schreibtalenten und Geschichten, die darauf warten, erzählt zu werden. Auch heuer fiel die Wahl schwer, sodass wir Ihnen an diesem Weihnachtsfest wieder zwei inspirierende Geschichten vorstellen möchten. Für besinnliche Lesestunden in wohliger Atmosphäre finden Sie nun die passende Weihnachtslektüre auf unserem Blog.

Kleiner Tipp: Halten Sie die Augen offen! In der Geschichte von Maik Gaedecke haben wir auch ein kleines Gewinnspiel für ein Bücherpaket aus unserem Verlag gepackt. Mehr Infos dazu finden Sie auch am Ende des Beitrags!

Wir vom novum Verlag wünschen Ihnen und Ihren Liebsten ein wundervolles Fest, eine Bescherung, an die Sie sich noch lange erinnern werden und – nicht zu vergessen – unzählige Bücherpakete unter Ihrem Baum.

Es war der Vormittag des Heiligen Abends, ein Schneesturm jagte über die weiten Wälder Kanadas. Peter und ich hatten uns einen langersehnten Traum erfüllt. Wir wollten Weihnachten einmal in einer Blockhütte in den Wäldern Kanadas verbringen.

Alles hatte auch prima geklappt. Unsere Blockhütte war sehr schön und ich hatte alles geschmückt. Auch ein Tannenbaum stand auf einem kleinen Tisch, mit roten Kerzen und silbernen Kugeln. Ich hatte alles von Zuhause mitgenommen. Wie mir das Thermometer anzeigte, hatte es draußen minus 20 Grad. Das war für Dezember hier in Kanada eigentlich normal. Doch mir reichte es, ich war nämlich eine Frierkatze. 
Peter war schon seit den frühen Morgenstunden mit dem Schneemobil unterwegs, um noch einige Sachen für die Weihnachtstage zu besorgen. Der Wind pfiff um die Blockhütte und rüttelte an den Fensterläden, die ich schon vorzeitig geschlossen hatte, damit die Wärme besser im Haus blieb.

So langsam machte ich mir Gedanken, da ich wusste, dass man sich bei so einem Schneesturm leicht verirren konnte. Das Holz ging auch zur Neige und ich musste Nachschub aus dem Holzstall holen. Ich zog mir meinen warmen Parka an und ging nach draußen. Der Sturm drückte gegen die Tür, sodass es mir schwer fiel, sie zu öffnen. Als ich es endlich geschafft hatte, musste ich kämpfen, um nicht von dem Sturm weggeweht zu werden.
Es kostete mich enorme Kraft, die Holzscheite im Korb zu sammeln und sie ins Blockhaus zu bringen. Fix und fertig von der Anstrengung stand ich im Vorbau des Hauses. Ein alter Mann mit einem langen, weißen Bart stand vor mir und hielt mir die Tür auf.

Erschrocken schaute ich ihn an. „Wo kommen sie denn her?“, kam meine Frage an ihn? Seine Nase war rotgefroren und wenn mich nicht alles täuscht, sah er aus wie ein Weihnachtsmann. In Gedanken lachte ich über mich selbst. Aber ganz ehrlich, er sah wirklich so aus.
Der Mann hielt mir die Tür auf und bat mich einzutreten. „Das ist mein Haus“, sagte ich zu ihm. „Ja, ich weiß“, erwiderte er daraufhin. 
Nun bekam ich Angst. Sollte Peter etwas zugestoßen sein und der Mann wollte mir nur Bescheid geben? Meine Knie fingen an zu zittern und ich war kaum noch fähig, den Korb mit den Holzscheiten festzuhalten. Der Mann griff zu und sagte ganz schlicht: „Du brauchst keine Angst zu haben, deinem Freund ist nichts passiert, er wird bald da sein!“
Er nahm den Korb, stellte ihn neben den Kamin und wärmte sich die Hände.
Nach einer Weile drehte er sich um und meinte: „Du möchtest bestimmt wissen, wer ich bin?“ Ich nickte nur, da sagte er auch schon: „Ich bin Santa Claus und der Sturm hat einige Kufen an meinem Schlitten gelockert. Ich wollte dich um einen Hammer und Nägel bitten.“
Ich sah ihn an und sagte: „Wenn du der Weihnachtsmann bist, bin ich der Engel Gabriel!“ Er sah mich an und schüttelte den Kopf. „Nein, das bist du nicht. Den kenne ich persönlich.“ So langsam bekam ich Angst. Der Mann schien verrückt zu sein. Da sagte er auch schon: „Hab keine Angst, ich bin nicht verrückt.“ Mein Gott, dieser Mann schien Gedanken lesen zu können. „Was mache ich bloß?“ Gut, ich fragte ihn, wie ich ihm helfen könne. Er wollte einen Hammer und einige Nägel. Ich suchte alles zusammen und gab es ihm. Er bedankte sich und verließ die Hütte.

Ich legte mich hin und überlegte, was da gerade geschehen war. Wollte mich jemand auf den Arm nehmen? Hatte sich Peter einen Spaß erlaubt? Mein Verstand sagte mir, dass das nicht sein könne. Da ging auf einmal die Türe auf und Peter stand da. Durchnässt bis auf die Haut, hatte er die Hände blaugefroren und zitterte am ganzen Körper. Schnell kam ich ihm zu Hilfe, zog ihm alles aus und wickelte ihn in eine Decke.
Er setze sich vor den Kamin und wärmte sich auf. In der Zwischenzeit kochte ich ihm einen Tee, den er dankend annahm und langsam schlürfte.
Endlich war er so weit, dass er erzählen konnte. „Stell dir mal vor, ich hatte mich bei dem Sturm verirrt, als ein riesiger Schlitten an mir vorbeisauste und der Mann zu mir sagte: „Du musst dich rechts halten, da steht dein Haus.“ „Glaube mir, wenn ich ein Kind wäre, hätte ich geglaubt, das war der Weihnachtsmann.“ Seinen Schlitten zogen Rentiere. „Ach Peter, bitte erzähle mir keine Märchen“, sagte ich. „Vor einer Weile war ein alter Mann bei mir, er wollte einen Hammer und Nägel für seinen Schlitten haben. Er sah wirklich aus, wie man sich einen Weihnachtsmann vorstellt.“ Peter meinte, er wäre nie hier angekommen, wäre der Mann nicht gewesen.

Ich nahm Peter in den Arm und war glücklich, dass ihm nichts passiert war. Später holte Peter noch einmal Holz, da stand eine Kiste vor der Tür. Er nahm sie mit ins Haus. Wir packten sie aus. Da war ein Hammer, ein Rest mit Nägeln drin und eine Weihnachtskarte. Darauf stand: „Auch wenn ihr es beide nicht geglaubt habt. Ich bin der Weihnachtsmann oder wie die Menschen hier in Kanada sagen: Santa Claus.“ Wir sahen uns beide an und lachten. Sowas gibt es doch nicht wirklich, oder doch?!
Jedenfalls war es ein einmaliges Erlebnis, das wir noch nicht einmal erzählen konnten, da alle bestimmt gedacht hätten, wir wären nicht ganz klar im Kopf.
Es wurde ein schöner Heiligabend, den wir beide nie mehr vergessen haben!


Der nächtliche Himmel war übersät von vielen, funkelnden Sternen und der Vollmond schien hell auf die Stadt. Eine Sternschnuppe schoss inmitten der Nacht durch den Himmel und verschwand wenig später hinter einer dunklen Wolke, die ziellos über die Dächer der festlich geschmückten Hochhäuser entlang kroch.

Einsam und alleine irrte der kleine Dalmatiner Jack durch die Gassen der Stadt. Es war Weihnachten, doch der junge Hund war am Boden zerstört. Ängstlich begann er zu winseln und Tränen rannen seine Wangen hinunter. Sein Bruder Sam war tot.

„Wir hätten versuchen sollen abzuhauen“, dachte Jack und machte sich Vorwürfe. „Aber ich war ja immer dagegen. Er wollte fliehen und ich habe ihn daran gehindert. Hätte ich es nicht getan, wäre er noch am Leben. Das ist alles meine Schuld. Nur wegen mir hat unser Besitzer ihn tot getreten. Warum mussten ausgerechnet wir einen so schrecklichen Herren haben? Dabei gibt es ja viele Menschen, die ihre Tiere gut behandeln, aber dieses schöne Leben war uns nicht vergönnt. Ich weiß wirklich nicht, was ich jetzt machen soll. Ich habe keine Familie. Ich bin alleine. Zum Glück ist mir wenigstens die Flucht gelungen, doch wo soll ich nun hingehen? Wo soll ich leben?“

Jack fröstelte, als ein eisiger Windhauch an seinem Nacken entlang wehte. Immer noch weinend erreichte er eine enge Sackgasse. Dort lagen haufenweise Müllsäcke und hie und da standen große Tonnen herum, aus denen ein ekelhafter Gestank seinen Weg nach draußen fand. Der trauernde Dalmatiner war geschwächt. Er war ja schließlich fast den ganzen Tag ohne Pause durch die Stadt gelaufen. Zwischen den Müllsäcken und einer breiten Tonne legte er sich auf den kalten Boden nieder. Obwohl er durstig, hungrig und unendlich traurig war, gewann die Müdigkeit schon bald Oberhand und er schlief ein.

Ein neuer Tag brach heran und Jack wurde sanft geweckt, indem eine warme Hand seinen Kopf streichelte. Blinzelnd erblickte er das Gesicht eines kleinen Mädchens.

„Oh wie süß“, schwärmte sie von ihm.

Jack genoss die zärtlichen Berührungen, die ihn seine Trauer für einen Moment vergessen ließen. Dann sah er einen schneeweißen Pudel, der sich neben dem Mädchen befand.

„Frohe Weihnachten!“, sagte er zu Jack. „Du hast keine Familie, stimmt‘s?“

„Woher weißt du das?“

„Alle Hunde, die sich alleine in der Stadt herumtreiben, haben keine Familie mehr und sind auf sich selbst angewiesen“, meinte der Pudel. „Aber du wirst ja schon bald eine neue Familie besitzen.“

„Kannst du in die Zukunft sehen? Woher weißt du das alles?“, wollte Jack wissen.

Daraufhin deutete der Pudel mit seinem Kopf zu dem Mädchen, das den Dalmatiner nach wie vor behutsam streichelte. Danach antwortete er: „Das ist Amy. Sie liebt Hunde über alles. Ich lebe seit vielen Jahren bei ihr und ihren Eltern. Amys Eltern sind sehr großzügig. Sie würden Amy nie etwas verbieten und erfüllen ihr jeden Wunsch. Und naja – sieh sie dir doch mal an, wie gern sie dich hat! Du bist ihr in der kurzen Zeit schon schnell ans Herz gewachsen. Du wirst ja wohl kaum glauben, dass Amy dich hier alleine in der Kälte zurücklassen wird. Nein, so ein schlechter Mensch ist sie wirklich nicht.“

„Du…Du meinst sie will mich behalten?!“

„Natürlich!“, rief der Pudel zuversichtlich. „Du wirst ein Teil unserer Familie werden und um ehrlich zu sein, habe ich nichts dagegen. Ich könnte mir gut vorstellen mit dir befreundet zu sein.“

„Hoffentlich hast du Recht“, sehnte sich Jack. „Ich kann mir nichts Schöneres vorstellen, als eine Familie zu haben, die so freundlich ist.“

Und es geschah, wie der Pudel es vorhergesagt hatte. Amy nahm ihn mit zu sich nach Hause. Dort fehlte es ihm tatsächlich an nichts. Am meisten freute er sich, endlich eine Familie zu besitzen, die ihn liebte. Er dachte oft an seinen toten Bruder und trauerte ihm noch lange nach, doch wie sehr er wegen dessen Todes auch weinte, es ließ sich nicht rückgängig machen. Sam war für immer gegangen. Es schmerzte Jack zutiefst, dass Sam nie erfahren würde, was es bedeutete, nette Besitzer zu haben.

Die Zeit verstrich und die Zukunft war vollgepackt mit Abenteuern, die aufregender nicht sein konnten. Bei der Vorstellung, was er alles erleben konnte, sang es in seinem Herzen. Egal, was ihm auch noch bevorstehen würde: Er war bereit, es auf sich zu nehmen, denn der Dalmatiner wusste, dass ihn keine Katastrophe von seiner neuen Familie trennen konnte, die ihn an Weihnachten so offenherzig aufgenommen hatte. Dazu waren sie bereits zu sehr zusammengeschweißt. Das war auch gut so.

Und somit hatte Jack an diesem Weihnachtsfest das größte, unbezahlbare Geschenk bekommen!


Gewinnspiel

Wortgestöber! Sie wollen zwei weihnachtliche Wunschbücher aus unserem Verlag gewinnen? Dann verraten Sie uns noch bis Montag, 1. Jänner 2018, 23:59 Uhr, in den Kommentaren auf Facebook oder am Blog, welchen Satz die fett markierten Wörter in der Weihnachtsgeschichte von Maik Gädecke zusammen gelesen ergeben.

Mit der Teilnahme am Gewinnspiel akzeptieren Sie die allgemeinen Teilnahmebedingungen*.

4 Kommentare

  1. Heidi Ihlau/ Pseudonym BIANCA BIRKORTH

    21. Dezember 2018 at 12:38

    Sehr schöne Geschichte von dem kleinen Dalmatiner. Etwas traurig, aber leider gibt es auch im wirklichen Leben, schlechte Menschen, die ein Tier quälen. Doch am Ende siegt die Liebe eines kleinen Mädchens und der Dalmatiner bekommt eine liebevolle Familie.

    • Danke für diese lieben Worte Heidi Ihlau!
      Ihre Geschichte über ein unglaubliches Weihnachtswunder in Kanada hat mir sehr gut gefallen und sorgt bei jeden garantiert für eine besinnliche Stimmung. Außerdem kann man dort wenigstens beim Lesen hautnah weiße Weihnachten erleben, was bei uns in den letzten Jahren leider immer seltener der Fall war.

      • Heidi Ihlau/ Pseudonym BIANCA BIRKORTH

        2. Januar 2019 at 11:37

        Hallo Maik, wünsche dir ein frohes, neues Jahr. Vielleicht hast du Intresse mit mir in Verbindung zu bleiben. Ich würde mich sehr darüber freuen. Es grüßt dich Heidi Ihlau

  2. Käthi Höltmann

    25. Dezember 2018 at 20:38

    Das Glück zu Weihnachten war das größte, unbezahlbare Geschenk

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