In die Zukunft geschaut

Welche Bibliotheken die Zukunft des Lesens schon jetzt für sich verbuchen, verraten wir zum Tag der Bibliotheken.

Den rund 10.000 Bibliotheken des Landes wird in Deutschland jedes Jahr im Oktober gehuldigt. Dieses Jahr findet der „Tag der Bibliotheken“ bereits zum 19. Mal statt. Den Höhepunkt des Veranstaltungsreigens, der sich am 24. Oktober in den kleinen und großen Bibliotheken Deutschlands ereignet, bildet die Wahl zur Bibliothek des Jahres. Der Preis wird vom Deutschen Bibliotheksverband vergeben und prämiert Bibliotheken, die um innovative Zukunftskonzepte bemüht sind. Wissensspeicher, die ihre literarischen Werke virtuell in die Zukunft manövrieren, dürfen sich bei der Wahl zur Bibliothek des Jahres die größten Chancen ausrechnen. Denn Themenwelten wie „Social Media Kommunikation“, „Digitale Bibliothekspädagogik“ oder „Digitale Bildungsstruktur“ berühren längst schon die Bücherregale aller Bildungsinstitutionen. Die Förderung zukunftsgerichteter Konzepte ist unerlässlich, um den Schauplatz Bibliothek als Tauschbörse für Kunst und Kultur lebendig zu halten. Darüber hinaus führt an der Digitalisierung kein Weg vorbei, will man sich vor kommenden Generationen nicht isolieren.

So warten die Bibliotheken der Gegenwart mit einem Programm auf, das mitunter Sci-Fi-Potential hat. Die Stadtbibliothek Ludwigshafen zum Beispiel verbindet in einem eigenen „Makerspace“ die digitale mit der analogen Welt. Die Medienwelt reicht vom klassischen Buch, über den 3D-Drucker bis zum Roboter-Programmierkurs oder einem Virtual-Reality-Spot für Rentner. In der Stadtbibliothek Mannheim ist gar ein eigenes Bibliothekslabor untergebracht, wo Kinder bei Interesse eigene Trickfilme produzieren können.

Bibliothek des Jahres

Pädagogisch wertvolle Ansätze vertritt auch die Stadtbücherei Frankfurt am Main, die dieses Jahr zur Bibliothek des Jahres gekürt wurde. Die Stadtbücherei setzt mit ihrer nachhaltigen Ausrichtung unter anderem in 111 Schulbibliotheken nachhaltige Aktionen. Rechtzeitig zum Tag der Bibliotheken präsentieren wir vom novum Verlag aber nicht nur den aktuellen, sondern auch die Gewinner der letzten fünf Jahre. Welche Zukunftskonzepte die Bibliotheken verfolgen, um hohe Lesestandards auch für die Zukunft zu setzen, zeigen wir in einem bibliophilen Best Of:

2014 – Deutsche Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften

Als „radikal moderne Bibliothek“ wird die Deutsche Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften vom Deutschen Bibliotheksverband beschrieben. Vor allem im Bereich Forschung setzt die ZBW progressive Schritte. Zum Beispiel hat die Bibliothek schon im Jahr 2014 die Veränderung in Forschungs- und Publikationsprozessen durch Soziale Medien untersucht. Darüber hinaus ermöglicht die eigene EconBiz App der Bibliothek Zugang zu rund einer Million freier Onlinedokumente.

2015 – Stadtbibliothek Köln

Bekannt für unkonventionelle, mutige Zugänge ist die Stadtbibliothek Köln. Dass die Bibliothek zukunftsorientiert ist, erschließt sich auf deren Website schon nach kurzer Durchsicht. So findet man neben klassischen auch moderne Dienstleistungen wie eine Google Expedition für Kinder oder eine eigene Virtual Reality Station. Letztere lädt zum ausgedehnten Spiel in virtuellen Räumen ein und kann bei Bedarf auch an den Erwerb einer Virtual Reality Lizenz gekoppelt werden. Einmal im Monat können Besucher außerdem Bekanntschaft mit dem humanoiden Roboter NAO schließen, der mithilfe von Kameras, Mikrofonen, Ultraschallsensoren, Gyrosensoren und Beschleunigungssensoren mit seiner Umwelt kommuniziert.

2016 – Stadtbücherei Hilden

Über ihre Größe wuchs die Stadtbücherei Hilden mit einem ausgeklügelten Marketingkonzept hinaus. Der Content für den kompetenten Social Media Auftritt der Bücherei auf Facebook, Instagram und Twitter entsteht in der Stadtbücherei Hilden auf drei multimedialen Stockwerken. Besucher profitieren von einer „Q-Thek“ mit Smartphones, Tablets und E-Book-Readern, Bereichen mit Hörbüchern, Spielfilmen und Konsolenspielen sowie einem breiten Informations- und Sprachlernangebot für Flüchtlinge.

2017 – Universitätsbibliothek Leipzig

Es sind nicht nur Programmformate wie die „Coffee Lectures“ oder die „Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten“, welche die Vernetzung in der Universitätsbibliothek in Leipzig vorantreiben. Eine einzigartige Open-Source-Technologie ermöglicht der Bildungsstätte einen konstanten Ausbau der Infrastruktur und hinterlässt mit mittlerweile 120 Millionen erfassten Datensätzen große, digitale Fußspuren in der globalisierten Welt.

2018 – Stadtbücherei Frankfurt am Main

Ein Verbundmodell, das in Summe 111 Schulbibliotheken zugute kommt, verfolgt die Stadtbücherei Frankfurt am Main. Unter anderem unterstützt die Bibliothek mit Smartphone-Apps oder Förderungsprogrammen wie dem „Leseherbst“ die Lust am Lesen im jungen Publikum.

Und welche Bibliothek können Sie den Digitalnomaden unserer Weltzeit empfehlen? Hinterlassen Sie uns Ihre Tipps in den Kommentaren!

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