Tierisch betrachtet

Die schönsten fünf Tierromane von einst und heute präsentieren wir anlässlich des Welttierschutztages.

Einblick in die tiefe, verborgene Welt der Tiergedanken gewährt die moderne Tradition der Tierromane. Verglichen mit Liebes- oder Schelmenromanen, die spätestens ab dem 18. Jahrhundert die Bücherregale der feinen Gesellschaft erreichten, blicken die Tierromane auf eine eher kurze Geschichte zurück. Zu den ersten, berühmten Vertretern der Tierromane zählt mit Sicherheit Jack London. Der US-amerikanische Schriftsteller, dessen Erdverbundenheit bezeichnend war, erlangte unter anderem mit seinem Tierroman „Ruf der Wildnis“ beachtlichen Weltruhm. Das Buch schildert die Geschichte von Haushund Buck, der sich einem Wolfsrudel anschließt, wo er einen inneren Konflikt zwischen Domestizierung und Instinkt erlebt. Die Geschichte wird aus der Perspektive von Buck erzählt, der den Kampf zwischen Natur und Kultur ungeschönt bebildert.

Jack London sollten noch viele Schriftsteller folgen, die menschliche Perspektiven in tierische Betrachtungen legten. George Orwells „Farm der Tiere“ oder Erich Kästners „Die Konferenz der Tiere“ seien als zwei von vielen Beispielen genannt.

Doch während die oben genannten Titel das menschliche Dilemma in den Mittelpunkt stellten, verschoben modernere Romane die Beziehung zwischen Mensch und Tier in den Fokus. Die Sozialisierung, die wir durch die Tierromane unserer Kindheit erfahren haben, ist unbestreitbar. Wohl unzählige Kinder haben gemeinsam mit Black Beauty um sein Augenlicht gebangt. Und die Angst um Lassie hat sich in den Erwachsenen ganzer Generationen als Urangst manifestiert. Ein Nebeneffekt des Tierromans, der vor allem zum Welttierschutztag besprochen werden sollte. Um auf die Relevanz von Tierromanen für die Umwelt aufmerksam zu machen, präsentieren wir vom novum Verlag unsere unsere Top Five der Tierliteratur.

Lassie

Der wohl berühmteste Langhaarcollie der Geschichte wurde 1938 von Erick Knight geschaffen. Der britische Schriftsteller publizierte Lassies Erlebnisse zunächst im Kurzgeschichtenformat „Lassie Come Home“, später in einem eigenständigen Roman. Die herzzerreißende Story zur Trennung von Lassie und ihrem Herrchen, die auch in einer Fernsehserie verarbeitet wurde, hat wohl schon so manche Kinderträne auf dem Gewissen.

Black Beauty

Auf das Leid der Arbeitspferde wollte Anna Sewell mit ihrem Roman „Black Beauty. Die Autobiografie eines Pferdes“ aufmerksam machen. Die Gesellschaftskritik erlebt der Leser durch die Augen von Black Beauty, der das Schicksal von Droschken-, Kutsch- und Mietpferden in schmerzvoller Echtheit schildert. Die Geschichte vom schwarzen Hengst wurde mehrmals verfilmt und regt zur Auseinandersetzung mit einer tragischen Wahrheit an – ganz ohne Scheuklappen.

Bambi

Bambi ist als Walt Disney Klassiker selbst der Generation Z geläufig. Was viele aber nicht wissen, ist, dass der Film auf der Romanvorlage eines österreichischen Schriftstellers beruht. „Bambi. Eine Lebensgeschichte aus dem Walde“, beruht auf der Feder von Felix Salten und wurde erstmals 1923 veröffentlicht. Der Autor hat die Geschichte um das Rotwildkalb Bambi aber nicht etwa als Kritik am Jagen veröffentlicht. Anders, als man meinen möge, war Autor Felix Salten selbst ein begeisterter Jäger – die Idee zu Bambi ist paradoxerweise bei einem Jagdausflug entstanden. Von der tiefen Abneigung gegen Jägersmänner, die er mit seinem Buch Kindern aller Welt anerziehen sollte, hat er zum Zeitpunkt der Publikation nichts geahnt.

Bob, der Streuner

Wohlbekannt ist die Tatsache, dass zwischen Schriftstellern und Katzen eine ganz besondere Beziehung besteht. Ob Dante oder Baudelaire, ob Joyce oder Bukowski, am Charme der Katze kam kaum ein Geist vorbei. Zu den berühmtesten Katzenromanen zählen sicher Edgar Ellen Poes schwarzer Kater Pluto oder auch Hoffmanns Kater Murr, ein anerkannter Vertreter der Aufklärung. Kaum ein Band ist aber so fest gebunden wie das von Straßenmusiker James und seinem Streuner Bob. Die Geschichte von dem roten Kater, der sein selbst ernanntes Herrchen zu einem neuen Leben ermutigt, hat zu Millionen Klicks auf Youtube und einer weltbekannten Verfilmung geführt.

Glennkill

Miss Maple, Othello und Mopple the Whale sind mit Sicherheit die weltweit ersten Wiederkäuer, die eigenständig einen Mordfall aufklären. Die Schafe bilden die Hauptprotagonisten des Romans „Glennkill“, der im Jahr 2005 von der deutschen Schriftstellerin Leonie Swann veröffentlicht wurde. Die Fortsetzung zur Herde um Schäfer George vollzieht sich im Roman „Garou“, wo es die irischen Schafe auf einer abenteuerlichen Reise nach Frankreich verschlägt.

Auch im novum Verlag sind bereits einige Tierromane, wie zum Beispiel „Speedys Kurzgeschichten“ von Rita Colen oder „Die Samptpfoten-Trilogie“ von Olaf Krätke

Und welche Tierromane können Sie empfehlen? Ergänzen Sie unsere Liste mit Ihren persönlichen Lieblingsprotagonisten auf vier Pfoten!

Lassen Sie Ihrer Tastatur freien Lauf,

Ihr novum Verlag

4 Gedanken zu “Tierisch betrachtet

    • ja, aber leider wurde beim Bambi nicht ein Rehkitz abgebildet, sondern ein Rotwildkalb. Schon Disney verwendet statt des Rehkitzes ein Weisswedelhirschkalb.

      • Liebe Sara,

        Vielen Dank für den Hinweis! Bambi ist einem seit Kindheitstagen einfach so geläufig, dass man davon ausgeht, mit seiner kindlichen Einschätzung richtig zu liegen. Wir passen das gleich im Beitrag an und freuen uns, dass wir durch Sie sogar noch etwas Neues über Bambi lernen durften, das wir bisher noch nicht wussten. 🙂

        Herzliche Grüße,
        Ihr novum Verlag

Kommentar verfassen