Essstörungen und negative Emotionen

Arzt und Verlagsautor Christian A. Ziegler interagiert auf Gefühlsebene. In seiner Trilogie behandelt er negative Emotionen und daraus entstehende Krankheitsbilder. Was sich hinter dem Autor und seiner Hypnosetechnik verbirgt, verrät er für uns im Exklusivinterview.

Sie haben eine Trilogie über Emotionen geschrieben. Es handelt sich um Selbsthilfebücher. Wo liegt Ihr Zugang zum Thema und was macht Sie zum Experten?

Zum einen bin ich Facharzt für Jugendpsychiatrie und habe einen großen Sachkenntnis- und Erfahrungsschatz. Der Zugang zu bestimmten Phänomenen in unserer Gesellschaft erfolgt für mich also zwangsläufig beruflich über die Gefühlswelt von Menschen und ihre Entwicklung; zum anderen begeisterte ich mich schon in meiner Kindheit ganz allgemein für das Thema der Emotionen, das sich ja auch in Film, Literatur, Kultur und im Zwischenmenschlichen ständig vielfältig widerspiegelt.

Um welche Emotionen geht es in Ihren Büchern genau? Und was wollen Sie dem Leser bringen?

Ich habe drei Bücher geschrieben, die alle miteinander zusammenhängen und aufeinander aufbauen: „Aus deinem emotionalen Gefängnis aussteigen“, „Negative Emotionen umbauen“ und „Gut gelaunt oder ein klares Nein“. Unterdrückte negative Emotionen sind Quelle vieler psychischer Erkrankungen, so auch der Essstörungen, aber allein das Wissen darum reicht nicht, man muss einen gesunden Umgang mit ihnen anbieten. Deshalb war es immer mein Ziel, auch eine Methode zu entwickeln. Hier kommen der therapeutische Ansatz und auch die Hilfe zur Selbsthilfe zum Tragen. Deshalb ist insbesondere diese Arbeit bedeutend.

Es geht also um das Verständnis für die Essstörungen Anorexie und Bulimie, um Partnerschaft zu den Emotionen und um Ihre eigens entworfene Meditationsmethode zur Zähmung negativer Emotionen. Kann Ihr Publikum so viel Innovation verkraften?

Es handelt sich um drei Mosaiksteine für ein ganzheitliches Verständnisbild. Lassen Sie mich mit der Essstörung beginnen: Ich sehe sie als Karikatur der Wohlstandsgesellschaft. Das Leiden der Betroffenen ist so unermesslich, da benötigte ich einfach einen tieferen, emotionalen Zugang. Hier nur ein kurzer Hinweis: Als Kinder durchschauten diese Menschen Unwahrheiten ihrer Umgebung, welche ihrerseits mit verletzendem Unverständnis reagierte.

Inwiefern haben Patienten mit Essstörungen Ihren Blick auf die sogenannten negativen Emotionen erweitert?

Diese Patienten erleben Emotionen so intensiv, dass sie sie anfänglich einfach unterdrücken müssen. Gleichzeitig ist ihre imaginative Kreativität so ausgeprägt, dass sie die Emotionen auch erkunden und zähmen können, sofern sie nützliche Anweisungen dafür bekommen. Das alles in eine Ordnung an Wissen zu überführen und daraus ein heilendes Handwerkszeug zu bauen, darum geht es.

Haben Sie so Ihre Methode der Hypnotischen Gefühlsmeditation (HGM) entdeckt?

Ja. Die wiederholende Fokussierung auf eine Emotion und auf ein dazu passendes Bild entpuppte sich als schnelle, beiläufige und einfache Methode mit gewaltigem Nachhall. Die verblüffend einfache, wissenschaftlich plausible Hypnotische Gefühlsmeditation (HGM) schafft Zugang zu einem Tabuthema, den negativen Emotionen, und das bedeutet den möglichen Startpunkt für einen wirklichen Umgang mit ihnen.

Wo ordnen Sie sich fachlich ein?

Wie der verstorbene Anthropologe Gregory Bateson und als Arzt bin ich der Wissenschaft verpflichtet. Ich kann jedoch nicht bei allen Techniken warten, bis die Wissenschaft sie auch geprüft hat. Denn die Patienten benötigen die Hilfe ja sofort und individuell. Dann will ich als Therapeut auch tätig werden, denn in erster Linie erhebe ich selbst den Anspruch, auch wirksam an der richtigen Schnittstelle eingreifen und unterstützen zu können.

Warum ist für Sie ein Selbsthilfebuch vorzuziehen?

Es sind einfach die vielen positiven Rückmeldungen, die mich bestärken und meine Vermutungen bestätigen, wie diese hier zum Beispiel: „Ich fühle mich derart und direkt angesprochen, dass ich mich wirklich frage, ob es nur mir oder wohl auch anderen Menschen so ergeht? Macht das der hypnotische Schreibstil aus? So macht tägliches Üben Spaß und ich freue mich auf die weitere angekündigte Literatur.“ Auf jeden Fall ist der Zweck der Bücher klar.

Wie leicht ist Ihnen das Schreiben gefallen?

Alle drei Bände der HGM-Trilogie sind einfach verständliche „Reisetagebücher“ der Begegnungen mit meinen Patienten. Das Zuhören und Beobachten allein ist schon eine große Informationsquelle. Notizen zu nehmen, ist dabei unerlässlich. Ich wollte die Ereignisse frisch und auch unverfälscht darstellen ¬– als authentisches Rohmaterial, bei dem meine Patienten zum Maßstab wurden.


Christian A. Zieglers therapeutische Trilogie ist ab sofort im novum Verlag erhältlich. Folgende Werke sind im Rahmen der Trilogie bereits erschienen:

  1. „Aus deinem emotionalen Gefängnis aussteigen. Der hypnotische Weg aus Anorexie, Bulimie und anderen psychosomatischen Erkrankungen.“
  2. „Negative Emotionen umbauen. Die Hypnose des genialen Milton Erickson einfach, sanft und selber anwenden.“
  3. „Gut gelaunt – oder ein klares Nein. 20 Hypnotische Gefühlsmeditationen für Fortgeschrittene.“

 

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